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2018 wird wieder super, aber…

… der Rekord von 2017 wird schwierig

von Charles Steiner

Stabile Wohnungspreise auf hohem Niveau, mehr Dynamik am Büromarkt durch Fertigstellungen, aber verhaltener Optimismus, ob das Rekordtransaktionsvolumen von 4,7 Milliarden Euro vom Vorjahr auch heuer erreicht werden kann. CBRE geht sogar von 4,8 Milliarden Euro aus. Das ist das Resümee, dass EHL Immobilien sowie CBRE im Rahmen ihrer jeweiligen Jahrespressekonferenzen heute Vormittag in Wien zogen.
In seinem Eingangsstatement erklärte der geschäftsführende Gesellschafter der EHL, Michael Ehlmaier, dass der Nachfrageüberhang im Wohnsektor weiterhin hoch ist, die Leerstandsrate im Bürobereich weiter sinken wird, obgleich heuer sehr viele Büroflächen fertiggestellt werden und der Investmentmarkt nach wie vor von deutschen Investoren dominiert wird. Andreas Ridder, Chairman Austria und CEE bei CBRE sprach für 2017 von einem „interessanten Jahr, das auch 2015 überholt hatte.“
Sandra Bauernfeind, Geschäftsführerin von EHL Immobilien Management, führte aus, dass sich der Nachfrageüberhang nach Wohnimmobilien in Wien durch die Neubautätigkeit etwas gedämpft hat, was das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ausgewogener erscheinen lässt. Dementsprechend bleiben die Preise auf hohem Niveau stabil. Das vor allem deshalb, weil zahlreiche Großprojekte fertiggestellt wurden und weitere in der Pipeline sind. Im Vorjahr sind 8.000 Wohneinheiten auf den Markt gekommen, heuer werden es 8.500 sein. Trotz des verstärkten Angebots ist keine Preissenkung für heuer in Sicht. 2018 werden die Mietsteigerungen rund 1,5 Prozent und die Kaufpreise um zwischen drei und 3,5 Prozent betragen. „Der Grund sind die gestiegenen Baupreise“, wie Bauernfeind vor Journalisten ausführt.
Mit Stichtag Jänner betrogt der Bestand an Büroflächen rund elf Millionen m² bei einer Leerstandsrate von 5,3 Prozent, wobei die Hälfte der Flächen als moderne Büros zu klassifizieren sind, wie Stefan Wernhart, Leiter Büroimmobilien bei EHL vorrechnet. Heuer kommen noch 280.000 m² an Flächen neu hinzu, 2019 rechnet Wernhart allerdings mit einem Knick mit 35.000 m². Beachtlich dabei sei, dass der Vorverwertungsgrad an Neubauprojekten deutlich über 50 Prozent beträgt. 2017 wurden insgesamt 185.000 m² vermittelt, wobei das stärkste Quartal das Q4 mit 70.000 m² war. Demensprechend seien die Büroflächen, die heuer auf den Markt kommen, weitgehend absorbiert worden. Die Spitzenmieten gibt Wernhart mit 25,5 Euro/m² an, die Durchschnittsmieten steigen weiterhin leicht und dürften von 14,35 Euro/m² auf 14,5 Euro/m² hinaufgehen. Der Leerstand steigt leicht auf 5,6 Prozent - weil eben sehr viele Büroflächen heuer auf den Markt kommen. Dennoch, so Olivia Prinz von CBRE: „Der Büromarkt kommt langsamer in Schwung als erwartet.“
Was den Einzelhandelsmarkt betrifft, werde es für 2017 ein dreiprozentiges Plus bei den Umsätzen geben, sagt Jörg Bitzer, Leiter Retail bei EHL. Allerdings entfällt ein wesentlicher Anteil auf den Onlinehandel - und das bringt den Retailmarkt unter Druck. Das sieht auch Walter Wölfler, Head of Retail bei CBRE, der von einem „nicht wirklich spektakulären Jahr“ sprach. Neuentwicklungen gab es kaum, auch heuer wird sich das nicht ändern.
Mit 4,7 Milliarden Euro Transaktionsvolumen war 2017 ein „sensationelles Jahr“, wie Franz Pöltl, Geschäftsführer von EHL Immobilien Investment erklärt. „Es hätte auch mehr sein können, allerdings das mangelnde Produktangebot verhindert ein noch höheres Volumen“, so Pöltl, der nach wie vor einen starken Überhang an Liquidität und Investoreninteresse zum Angebot sieht. An Investmentprodukten mangelt es nach wie vor, damit steigen die Preise. Dieser Mangel hat zur Folge, dass Investoren mehr Risiko in Kauf nehmen müssen, um das gewünschte Renditeniveau aus den Vorjahren halten zu können. Dass man sich an die 4,7 Milliarden Euro bzw. 4,8 Milliarden Euro vom Vorjahr annähert, ist fraglich. Sowohl EHL und CBRE sehen das als eine Herausforderung an.

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Weitere Steigerung 2018

Re/Max erwartet noch höhere Nachfrage

von Gerhard Rodler

Die 560 Re/Max-Experten erwarten für 2018 Anstiege beim Immobilien-Angebot und bei der Nachfrage, wenngleich in geringerem Umfang als noch für 2017. So wird ein Nachfrage-Plus von 3,9 Prozent, aber nur ein um +1,3 Prozent größeres Angebot prognostiziert.
Die Immobilienpreise würden aufgrund dessen nochmals, nämlich um 4,5 Prozent im Eigentumsbereich.
Im oberen Preissegment sinkt die Immobilien-Nachfrage weniger als im Vorjahr (-1,3 Prozent), das Angebot steigt annähernd gleich wie im Vorjahr (+1,3 Prozent) und der Immobilien-Preis drehe von minimal sinkend auf minimal steigend (+0,6 Prozent).
Im mittleren Preissegment bleibe die Nachfrage-Dynamik auf Vorjahresniveau deutlich positiv (+4 Prozent). Etwas weniger als im Vorjahr wächst das Angebot, aber immer noch gering steigend (+1,3 Prozent) und damit ziehen die Preise deutlich um +4,3 Prozent an.
Im unteren Immobilien-Preissegment wäre theoretisch der größte Markt, wenn das Angebot mit der Nachfrage mithalten könnte. In diesem Segment ist die Nachfrage immer größer und sie bleibt weiterhin besonders dynamisch (+7,8 Prozent), selbst wenn das Plus geringer ausfällt als im Vorjahr. Leider bleibt das Angebot im unteren Segment beinahe konstant (+0,3 Prozent), angesichts dessen ist die Erwartung einer Preissteigerung von +5,6 Prozent plausibel (+0,5 Prozentpunkte gegenüber der letzten Prognose).
Auch für 2018 erwarten die Re/Max-Immobilien-Experten - wie in den Vorjahren - eine deutliche Nachfragesteigerung bei Mietwohnungen in zentraler Lage, allerdings auf spürbar niedrigerem Niveau als noch im Jahr zuvor (+5,5 Prozent statt +7,6 Prozent). Das ergibt zusammen mit den Eigentumswohnungen den zweiten Rang bezüglich der Nachfrage. Das Angebot wächst, wenngleich minimal geringer als 2017. Insgesamt sollte daraus bei Neuvermietungen eine Steigerung bei frei zu vereinbarenden Mieten von +3,7 Prozent resultieren. Zum Vergleich die Prognose für 2017: Damals lag dieser Wert noch bei +4,1 Prozent.

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OGH-Urteil verkompliziert Lagezuschlag

Branchenvertreter sehen Einzelfallentscheidung

von Stefan Posch

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat den Lagezuschlag bei den Richtwertmieten in Wien erschwert. Der OGH entschied zu einem konkreten Fall im 5. Bezirk, dass zur Frage, ob eine Lage als überdurchschnittlich zu bewerten ist "entsprechend der gesetzlichen Regelung auf die allgemeine Verkehrsauffassung und der Erfahrung des täglichen Lebens" abzustellen ist. Zur Beurteilung der Lage bedürfe es einen "wertenden Vergleichs mit anderen Lagen". Der Vermieter habe dabei den Nachweis zu erbringen, "dass es konkrete Anhaltspunkte gibt, die die Annahme einer durchschnittlichen Lage erlauben". In Hinkunft werde es daher für die Ermittlung des Lagezuschlages auch qualitative Wohnaspekte wie insbesondere die Verkehrsanbindung und Infrastruktur zu berücksichtigen sein, teilt die Österreichische Mietervereinigung mit. "Erst wenn eine Lage nach der allgemeinen Verkehrsauffassung und Erfahrung des täglichen Lebens als "überdurchschnittlich" zu qualifizieren ist, ergibt sich aus der Grundkostenhöhe lediglich der Höchstbetrag, bis zu dem ein Lagezuschlag zulässig ist", so Alexandra Rezaei, Bundesgeschäftsführerin der Mietervereinigung in einer Aussendung.
Anton Holzapfel, Geschäftsführer des Österreichischen Verbandes der Immobilienwirtschaft (ÖVI), sieht hingegen das OGH-Urteil als Einzelfallentscheidung an, die kaum Einfluss auf die Ermittlung des Lagezuschlages im Allgemeinen haben werde. "Der Fall zeigt die Grenzen des Richtwertsystems in Wien auf", so Holzapfel, der hofft, dass der Richtwert beim von der neuen Regierung geplanten Mietrechtskonvent zur Disposition stehen wird.
"Oberstgerichtliche Entscheide sind natürlich zu akzeptieren, auch wenn wir in diesem Einzelfall die Ansicht und Argumente des OGH nicht teilen", kommentiert Martin Prunbauer, Präsident des Österreichischen Haus- und Grundbesitzerbunds (ÖHGB) das Urteil. "Es wird auch abzuwarten sein, wie diese Erkenntnis in Zukunft in Praxis und Judikatur gelebt wird. Nachdem die neue Bundesregierung aber bereits angekündigt hat, unter anderem auch diesen Bereich neu zu gestalten, dürfte es sich mittelfristig eher um eine rein akademische Diskussion handeln", so Prunbauer weiter.
Auch Wolfgang Louzek, Präsident des Verbandes der Institutionellen Immobilieninvestoren (VII), sieht die OGH-Entscheidung "aus der Sicht der Immobilienwirtschaft" als "nicht erfreulich" an. Ein Ende des Lagezuschlags, "wie es nun manche Mietervertreter interpretieren", sieht er aber nicht. Das Urteil sei eine Einzelfallentscheidung und zum OGH würden nur die Extremfälle kommen. Es werde aber vielleicht den "einen oder anderen Mieter geben, der nun auch versuchen wird, gegen einen Lagezuschlag vorzugehen". "Es wird jetzt noch komplizierter. Da kennt sich keiner mehr aus", so Louzek, der an die Regierung appelliert, das Richtwertsystem als ganzes zur Diskussion zu stellen. "Der jetzige Zustand ist nicht tragbar", so der Präsident des VII.

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Investmentrekord in Deutschland

Größte Hamburger Transaktion durch Signa

von Gerhard Rodler

Die deutschen Top-7-Standorte haben das Jahr 2017 nach Angaben von German Property Partners (GPP) mit einem Transaktionsvolumen für Investments in Gewerbeimmobilien (ohne Wohn-Investments) in Höhe von rund 30,0 Milliarden Euro abgeschlossen. Im Vergleich zum Jahr davor mit 28,8 Milliarden Euro ist dies ein Plus von 4 Prozent.
Über alle Top-7-Standorte hinweg erwies sich erneut das Bürosegment mit realisierten Verkäufen in Höhe von 21,8 Milliarden Euro (+5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) als die am meisten gehandelte Assetklasse. Rang zwei belegte der Hotelsektor (2,4 Milliarden Euro bei -10 Prozent) nahezu gleichauf mit Einzelhandelsimmobilien (2,3 Milliarden Euro bei -1 Prozent). Mit 1,72 Milliarden Euro erreichten auch Grundstücke ein Volumen über der Milliardengrenze (+35 Prozent). Gemischt genutzte Gewerbeimmobilien schoben sich mit einem Transaktionsvolumen von 814,6 Millionen Euro (+226 Prozent) an Logistikimmobilien mit 615,7 Millionen Euro (-17 Prozent) vorbei.
Mit +45 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro verzeichnete Berlin Ende 2017 die größte Steigerung des Transaktionsvolumens. Zu dem bisher zweitbesten Ergebnis der Hauptstadt trugen 13 Abschlüsse mit Volumina über 100 Millionen Euro bei, fünf davon sogar mit Volumina von mehr als 200 Millionen Euro. Hierzu gehörte auch das Sony-Center am Potsdamer Platz, das ein Konsortium um Oxford Properties zu einem Preis von allein 1,1 Milliarden Euro erwarb. Dies war 2017 die Gewerbe-Transaktion mit dem größten Einzelvolumen an den Top-7-Standorten. Die Netto-Spitzenrendite für Berliner Geschäftshäuser lag am Jahresende bei 2,90 Prozent und für Büroimmobilien bei 3,00 Prozent. Köln stellte mit einem Zuwachs von 28 Prozent im Vergleich zu 2016 ebenfalls einen neuen Rekord auf. Einen weiteren Rekord registrierte GPP in Düsseldorf, wo bis zum Jahresende gewerbliche Immobilien für rund 3,0 Milliarden Euro veräußert wurden. Das Transaktionsvolumen übertraf das bislang zweitbeste Ergebnis von 2016 um 13 Prozent. In Hamburg tätigte die Signa im 4. Quartal im Rahmen einer Portfolio-Transaktion zwei Käufe im dreistelligen Millionenbereich und erwarb sowohl den Arkadenhof als auch das Kaufmannshaus von RFR Holding. Dennoch reichte das Transaktionsvolumen von 3,9 Milliarden Euro nicht an das Rekordergebnis des Vorjahres von 4,5 Milliarden Euro heran, sondern sank um 13 Prozent.

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Buwog kauft großes Wohnportfolio

34 Objekte mit 693 Wohneinheiten in Norddeutschland

von Stefan Posch

Die Buwog Group hat ein großes Portfoiio mit 693 Wohneinheiten, 32 Gewerbeeinheiten und 386 Stellplätzen in Norddeutschland erworben. Das Immobilienpaket von insgesamt 34 Objekten in der Metropolregion Hannover und Bremen, sowie Kiel, Lübeck und Lüneburg verfügt über eine Gesamtfläche von rund 41.300 m². Die Gebäude stammen überwiegend aus den 1980er-Jahren und befinden sich laut der Buwog in guten bis sehr guten Lagen. Der gegenwärtige Leerstand beträgt 6,0 Prozent, die durchschnittliche Ist-Miete beläuft sich auf 7,36 Euro/m², teil das Unternehmen mit. Zu dem Preis der Transaktion und zu dem durch PMM Partners vertretenen Verkäufer sei Vertraulichkeit vereinbart worden.
"Diese Transaktion passt ausgezeichnet zum bestehenden Portfolio der Buwog Group. Die Objekte liegen allesamt in Städten mit positiver Bevölkerungsprognose und dynamischem Wirtschaftswachstum. Damit ist die Nachfrage nach den von uns erworbenen Wohnungen im mittleren Preissegment nachhaltig gesichert. Durch Instandsetzung und Modernisierung werden wir zudem die Attraktivität steigern und den Leerstand auf zwei Prozent reduzieren", erklärt Herwig Teufelsdorfer, COO der Buwog Group.
In Norddeutschland sind die Landeshauptstädte Bremen, Hannover und Kiel sowie die Universitätsstädte Lübeck und Lüneburg strategische Investitionsstandorte der Buwog Group. Hier liegt mit aktuell rund 16.000 Bestandseinheiten ein Schwerpunkt des Portfolios des Unternehmens von insgesamt rund 49.000 Einheiten in Deutschland und Österreich. Hinzu kommen Entwicklungsprojekte mit weiteren rund 5.200 Wohnungen in Berlin sowie 1.100 in Hamburg.

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Union Investment kauft mehr Wohnungen

Wohnimmobilienfonds gemeinsam mit ZBI wächst kontinuierlich

von Gerhard Rodler

Der Offene Immobilien-Publikumsfonds UniImmo: Wohnen ZBI bleibt weiter auf Wachstumspfad. Durch Investitionen in die deutschen Wohnimmobilienmärkte konnte der im August 2017 gemeinsam von Union Investment und der ZBI Zentral Boden Immobilien AG aufgelegte Fonds für Privatanleger ein Immobilienvermögen im Volumen von 531 Millionen Euro aufbauen. Zu der starken Ankaufsbilanz trägt der Übergang von weiteren 500 Wohneinheiten mit einem Volumen von rund 75 Millionen Euro bei.
Das Paket setzte sich aus drei breit diversifizierten Ankaufsportfolien zusammen - mit einem Schwerpunkt auf Wohnobjekten in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Berlin. Die Volumina der drei übergegangenen (Teil-)Portfolien liegen zwischen 4 Millionen und 57 Millionen Euro.
Der UniImmo: Wohnen ZBI legt seinen Schwerpunkt auf Objekte mit erschwinglichem Wohnraum für die breite Bevölkerung mit mittlerer bis hoher Wohnqualität. Geographisch hat der Fonds das gesamte deutsche Bundesgebiet für Ankäufe im Blick.

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Karriere zum Tag: Neu bei Rustler

Radl übernimmt Leitung "Architektur und Planung"

von Gerhard Rodler

Christina RadlChristina Radl

Christina Radl übernimmt ab sofort die Leitung der Bereiche Architektur und Planung in der auf Bauplanung und Projektmanagement spezialisierten Rustler Baumanagement GmbH. Die gebürtige Kärntnerin ist nach ihrem Berufseinstieg bei Strabag nunmehr bereits seit rund 10 Jahren bei Rustler in verschiedenen Funktionen in der Planung und im Baumanagement tätig.
Christina Radl studierte am Joanneum in Graz und absolvierte das Bakkalaureatsstudium und das Diplomstudium mit den Schwerpunkten Architektur, Bauplanung und Projektmanagement. Im Dezember 2017 legte Christina Radl darüber hinaus die Ziviltechnikerprüfung für Architektur und Projektmanagement erfolgreich ab.
Die Rustler Baumanagement GmbH bietet vielfältige Dienstleistungen an, wie die Planung, Auftragsvergabe, Bauaufsicht und die Koordination und Administration von Bauprojekten. Im Fokus des Unternehmens stehen sowohl Wohnungssanierungen als auch Dachgeschossausbauten sowie die Errichtung und Sanierung gesamter Liegenschaften für Kunden.

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Branchenvertreter sehen Einzelfallentscheidung

OGH-Urteil verkompliziert Lagezuschlag

von Stefan Posch

Der Obers­te Ge­richts­hof (OGH) hat den La­ge­zu­schlag bei den Richt­wert­mie­ten in Wien er­schwert. Der OGH ent­schied zu ei­nem kon­kre­ten Fall im 5. Be­zirk, dass zur Fra­ge, ob ei­ne La­ge als über­durch­schnitt­lich zu be­wer­ten ist "ent­spre­chend der ge­setz­li­chen Re­ge­lung auf die all­ge­mei­ne Ver­kehrs­auf­fas­sung und der Er­fah­rung des täg­li­chen Le­bens" ab­zu­stel­len ist. Zur Be­ur­tei­lung der La­ge be­dür­fe es ei­nen "wer­ten­den Ver­gleichs mit an­de­ren La­gen". Der Ver­mie­ter ha­be da­bei den Nach­weis zu er­brin­gen, "dass es kon­kre­te An­halts­punk­te gibt, die die An­nah­me ei­ner durch­schnitt­li­chen La­ge er­lau­ben". In Hin­kunft wer­de es da­her für die Er­mitt­lung des La­ge­zu­schla­ges auch qua­li­ta­ti­ve Wohnas­pek­te wie ins­be­son­de­re die Ver­kehrs­an­bin­dung und In­fra­struk­tur zu be­rück­sich­ti­gen sein, teilt die Ös­ter­rei­chi­sche Mie­ter­ver­ei­ni­gung mit. "Erst wenn ei­ne La­ge nach der all­ge­mei­nen Ver­kehrs­auf­fas­sung und Er­fah­rung des täg­li­chen Le­bens als "über­durch­schnitt­lich" zu qua­li­fi­zie­ren ist, er­gibt sich aus der Grund­kos­ten­hö­he le­dig­lich der Höchst­be­trag, bis zu dem ein La­ge­zu­schlag zu­läs­sig ist", so Alex­an­dra Re­za­ei, Bun­des­ge­schäfts­füh­re­rin der Mie­ter­ver­ei­ni­gung in ei­ner Aus­sen­dung.
An­ton Holz­ap­fel, Ge­schäfts­füh­rer des Ös­ter­rei­chi­schen Ver­ban­des der Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft (ÖVI), sieht hin­ge­gen das OGH-Ur­teil als Ein­zel­fall­ent­schei­dung an, die kaum Ein­fluss auf die Er­mitt­lung des La­ge­zu­schla­ges im All­ge­mei­nen ha­ben wer­de. "Der Fall zeigt die Gren­zen des Richt­wert­sys­tems in Wien auf", so Holz­ap­fel, der hofft, dass der Richt­wert beim von der neu­en Re­gie­rung ge­plan­ten Miet­rechts­kon­vent zur Dis­po­si­ti­on ste­hen wird.
"Oberst­ge­richt­li­che Ent­schei­de sind na­tür­lich zu ak­zep­tie­ren, auch wenn wir in die­sem Ein­zel­fall die An­sicht und Ar­gu­men­te des OGH nicht tei­len", kom­men­tiert Mar­tin Prun­bau­er, Prä­si­dent des Ös­ter­rei­chi­schen Haus- und Grund­be­sit­zer­bunds (ÖH­GB) das Ur­teil. "Es wird auch ab­zu­war­ten sein, wie die­se Er­kennt­nis in Zu­kunft in Pra­xis und Ju­di­ka­tur ge­lebt wird. Nach­dem die neue Bun­des­re­gie­rung aber be­reits an­ge­kün­digt hat, un­ter an­de­rem auch die­sen Be­reich neu zu ge­stal­ten, dürf­te es sich mit­tel­fris­tig eher um ei­ne rein aka­de­mi­sche Dis­kus­si­on han­deln", so Prun­bau­er wei­ter.
Auch Wolf­gang Lou­zek, Prä­si­dent des Ver­ban­des der In­sti­tu­tio­nel­len Im­mo­bi­li­en­in­ves­to­ren (VII), sieht die OGH-Ent­schei­dung "aus der Sicht der Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft" als "nicht er­freu­lich" an. Ein En­de des La­ge­zu­schlags, "wie es nun man­che Mie­ter­ver­tre­ter in­ter­pre­tie­ren", sieht er aber nicht. Das Ur­teil sei ei­ne Ein­zel­fall­ent­schei­dung und zum OGH wür­den nur die Ex­trem­fäl­le kom­men. Es wer­de aber viel­leicht den "ei­nen oder an­de­ren Mie­ter ge­ben, der nun auch ver­su­chen wird, ge­gen ei­nen La­ge­zu­schlag vor­zu­ge­hen". "Es wird jetzt noch kom­pli­zier­ter. Da kennt sich kei­ner mehr aus", so Lou­zek, der an die Re­gie­rung ap­pel­liert, das Richt­wert­sys­tem als gan­zes zur Dis­kus­si­on zu stel­len. "Der jet­zi­ge Zu­stand ist nicht trag­bar", so der Prä­si­dent des VII.

Größte Hamburger Transaktion durch Signa

Investmentrekord in Deutschland

von Gerhard Rodler

Die deut­schen Top-7-Stand­or­te ha­ben das Jahr 2017 nach An­ga­ben von Ger­man Pro­per­ty Part­ners (GPP) mit ei­nem Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men für In­vest­ments in Ge­wer­be­im­mo­bi­li­en (oh­ne Wohn-In­vest­ments) in Hö­he von rund 30,0 Mil­li­ar­den Eu­ro ab­ge­schlos­sen. Im Ver­gleich zum Jahr da­vor mit 28,8 Mil­li­ar­den Eu­ro ist dies ein Plus von 4 Pro­zent.
Über al­le Top-7-Stand­or­te hin­weg er­wies sich er­neut das Bü­ro­seg­ment mit rea­li­sier­ten Ver­käu­fen in Hö­he von 21,8 Mil­li­ar­den Eu­ro (+5 Pro­zent ge­gen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum) als die am meis­ten ge­han­del­te As­set­klas­se. Rang zwei be­leg­te der Ho­tel­sek­tor (2,4 Mil­li­ar­den Eu­ro bei -10 Pro­zent) na­he­zu gleich­auf mit Ein­zel­han­dels­im­mo­bi­li­en (2,3 Mil­li­ar­den Eu­ro bei -1 Pro­zent). Mit 1,72 Mil­li­ar­den Eu­ro er­reich­ten auch Grund­stü­cke ein Vo­lu­men über der Mil­li­ar­den­gren­ze (+35 Pro­zent). Ge­mischt ge­nutz­te Ge­wer­be­im­mo­bi­li­en scho­ben sich mit ei­nem Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men von 814,6 Mil­lio­nen Eu­ro (+226 Pro­zent) an Lo­gis­ti­k­im­mo­bi­li­en mit 615,7 Mil­lio­nen Eu­ro (-17 Pro­zent) vor­bei.
Mit +45 Pro­zent auf 7,3 Mil­li­ar­den Eu­ro ver­zeich­ne­te Ber­lin En­de 2017 die größ­te Stei­ge­rung des Trans­ak­ti­ons­vo­lu­mens. Zu dem bis­her zweit­bes­ten Er­geb­nis der Haupt­stadt tru­gen 13 Ab­schlüs­se mit Vo­lu­mi­na über 100 Mil­lio­nen Eu­ro bei, fünf da­von so­gar mit Vo­lu­mi­na von mehr als 200 Mil­lio­nen Eu­ro. Hier­zu ge­hör­te auch das Sony-Cen­ter am Pots­da­mer Platz, das ein Kon­sor­ti­um um Ox­ford Pro­per­ties zu ei­nem Preis von al­lein 1,1 Mil­li­ar­den Eu­ro er­warb. Dies war 2017 die Ge­wer­be-Trans­ak­ti­on mit dem größ­ten Ein­zel­vo­lu­men an den Top-7-Stand­or­ten. Die Net­to-Spit­zen­ren­di­te für Ber­li­ner Ge­schäfts­häu­ser lag am Jah­res­en­de bei 2,90 Pro­zent und für Bü­ro­im­mo­bi­li­en bei 3,00 Pro­zent. Köln stell­te mit ei­nem Zu­wachs von 28 Pro­zent im Ver­gleich zu 2016 eben­falls ei­nen neu­en Re­kord auf. Ei­nen wei­te­ren Re­kord re­gis­trier­te GPP in Düs­sel­dorf, wo bis zum Jah­res­en­de ge­werb­li­che Im­mo­bi­li­en für rund 3,0 Mil­li­ar­den Eu­ro ver­äu­ßert wur­den. Das Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men über­traf das bis­lang zweit­bes­te Er­geb­nis von 2016 um 13 Pro­zent. In Ham­burg tä­tig­te die Si­gna im 4. Quar­tal im Rah­men ei­ner Port­fo­lio-Trans­ak­ti­on zwei Käu­fe im drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­reich und er­warb so­wohl den Ar­ka­den­hof als auch das Kauf­manns­haus von RFR Hol­ding. Den­noch reich­te das Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men von 3,9 Mil­li­ar­den Eu­ro nicht an das Re­kord­er­geb­nis des Vor­jah­res von 4,5 Mil­li­ar­den Eu­ro her­an, son­dern sank um 13 Pro­zent.
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34 Objekte mit 693 Wohneinheiten in Norddeutschland

Buwog kauft großes Wohnportfolio

von Stefan Posch

Die Bu­wog Group hat ein gro­ßes Port­foiio mit 693 Wohn­ein­hei­ten, 32 Ge­wer­be­ein­hei­ten und 386 Stell­plät­zen in Nord­deutsch­land er­wor­ben. Das Im­mo­bi­li­en­pa­ket von ins­ge­samt 34 Ob­jek­ten in der Me­tro­pol­re­gi­on Han­no­ver und Bre­men, so­wie Kiel, Lü­beck und Lü­ne­burg ver­fügt über ei­ne Ge­samt­flä­che von rund 41.300 m². Die Ge­bäu­de stam­men über­wie­gend aus den 1980er-Jah­ren und be­fin­den sich laut der Bu­wog in gu­ten bis sehr gu­ten La­gen. Der ge­gen­wär­ti­ge Leer­stand be­trägt 6,0 Pro­zent, die durch­schnitt­li­che Ist-Mie­te be­läuft sich auf 7,36 Eu­ro/m², teil das Un­ter­neh­men mit. Zu dem Preis der Trans­ak­ti­on und zu dem durch PMM Part­ners ver­tre­te­nen Ver­käu­fer sei Ver­trau­lich­keit ver­ein­bart wor­den.
"Die­se Trans­ak­ti­on passt aus­ge­zeich­net zum be­ste­hen­den Port­fo­lio der Bu­wog Group. Die Ob­jek­te lie­gen al­le­samt in Städ­ten mit po­si­ti­ver Be­völ­ke­rungs­pro­gno­se und dy­na­mi­schem Wirt­schafts­wachs­tum. Da­mit ist die Nach­fra­ge nach den von uns er­wor­be­nen Woh­nun­gen im mitt­le­ren Preis­seg­ment nach­hal­tig ge­si­chert. Durch In­stand­set­zung und Mo­der­ni­sie­rung wer­den wir zu­dem die At­trak­ti­vi­tät stei­gern und den Leer­stand auf zwei Pro­zent re­du­zie­ren", er­klärt Her­wig Teu­fels­dor­fer, COO der Bu­wog Group.
In Nord­deutsch­land sind die Lan­des­haupt­städ­te Bre­men, Han­no­ver und Kiel so­wie die Uni­ver­si­täts­städ­te Lü­beck und Lü­ne­burg stra­te­gi­sche In­ves­ti­ti­ons­stand­or­te der Bu­wog Group. Hier liegt mit ak­tu­ell rund 16.000 Be­stand­s­ein­hei­ten ein Schwer­punkt des Port­fo­li­os des Un­ter­neh­mens von ins­ge­samt rund 49.000 Ein­hei­ten in Deutsch­land und Ös­ter­reich. Hin­zu kom­men Ent­wick­lungs­pro­jek­te mit wei­te­ren rund 5.200 Woh­nun­gen in Ber­lin so­wie 1.100 in Ham­burg.
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Wohnimmobilienfonds gemeinsam mit ZBI wächst kontinuierlich

Union Investment kauft mehr Wohnungen

von Gerhard Rodler

Der Of­fe­ne Im­mo­bi­li­en-Pu­bli­kums­fonds Un­i­Im­mo: Woh­nen ZBI bleibt wei­ter auf Wachs­tums­pfad. Durch In­ves­ti­tio­nen in die deut­schen Wohn­im­mo­bi­li­en­märk­te konn­te der im Au­gust 2017 ge­mein­sam von Uni­on In­vest­ment und der ZBI Zen­tral Bo­den Im­mo­bi­li­en AG auf­ge­leg­te Fonds für Pri­vat­an­le­ger ein Im­mo­bi­li­en­ver­mö­gen im Vo­lu­men von 531 Mil­lio­nen Eu­ro auf­bau­en. Zu der star­ken An­kaufs­bi­lanz trägt der Über­gang von wei­te­ren 500 Wohn­ein­hei­ten mit ei­nem Vo­lu­men von rund 75 Mil­lio­nen Eu­ro bei.
Das Pa­ket setz­te sich aus drei breit di­ver­si­fi­zier­ten An­kaufsport­fo­li­en zu­sam­men - mit ei­nem Schwer­punkt auf Wohn­ob­jek­ten in Nord­rhein-West­fa­len, Hes­sen, Bay­ern und Ber­lin. Die Vo­lu­mi­na der drei über­ge­gan­ge­nen (Teil-)Port­fo­li­en lie­gen zwi­schen 4 Mil­lio­nen und 57 Mil­lio­nen Eu­ro.
Der Un­i­Im­mo: Woh­nen ZBI legt sei­nen Schwer­punkt auf Ob­jek­te mit er­schwing­li­chem Wohn­raum für die brei­te Be­völ­ke­rung mit mitt­le­rer bis ho­her Wohn­qua­li­tät. Geo­gra­phisch hat der Fonds das ge­sam­te deut­sche Bun­des­ge­biet für An­käu­fe im Blick.

Radl übernimmt Leitung "Architektur und Planung"

Karriere zum Tag: Neu bei Rustler

von Gerhard Rodler

Christina RadlChristina Radl
Chris­ti­na Radl über­nimmt ab so­fort die Lei­tung der Be­rei­che Ar­chi­tek­tur und Pla­nung in der auf Bau­pla­nung und Pro­jekt­ma­nage­ment spe­zia­li­sier­ten Rust­ler Bau­ma­nage­ment GmbH. Die ge­bür­ti­ge Kärnt­ne­rin ist nach ih­rem Be­rufs­ein­stieg bei Stra­bag nun­mehr be­reits seit rund 10 Jah­ren bei Rust­ler in ver­schie­de­nen Funk­tio­nen in der Pla­nung und im Bau­ma­nage­ment tä­tig.
Chris­ti­na Radl stu­dier­te am Jo­an­neum in Graz und ab­sol­vier­te das Bak­ka­lau­re­ats­stu­di­um und das Di­plom­stu­di­um mit den Schwer­punk­ten Ar­chi­tek­tur, Bau­pla­nung und Pro­jekt­ma­nage­ment. Im De­zem­ber 2017 leg­te Chris­ti­na Radl dar­über hin­aus die Zi­vil­tech­ni­ker­prü­fung für Ar­chi­tek­tur und Pro­jekt­ma­nage­ment er­folg­reich ab.
Die Rust­ler Bau­ma­nage­ment GmbH bie­tet viel­fäl­ti­ge Dienst­leis­tun­gen an, wie die Pla­nung, Auf­trags­ver­ga­be, Bau­auf­sicht und die Ko­or­di­na­ti­on und Ad­mi­nis­tra­ti­on von Bau­pro­jek­ten. Im Fo­kus des Un­ter­neh­mens ste­hen so­wohl Woh­nungs­sa­nie­run­gen als auch Dach­ge­schoss­aus­bau­ten so­wie die Er­rich­tung und Sa­nie­rung ge­sam­ter Lie­gen­schaf­ten für Kun­den.
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Die Straßen für die Menschen zurückerobern – das ist der Trend, dem viele Metropolen mittlerweile folgen.Die Straßen für die Menschen zurückerobern – das ist der Trend, dem viele Metropolen mittlerweile folgen.

Autofreie Städte? Gibt’s
schon lange

Im­mer mehr Städ­te ver­ban­nen den In­di­vi­du­al­ver­kehr aus dem Stadt­ge­biet. Die Ur­ban Fu­ture Glo­bal Con­fe­rence zeigt, wie man oh­ne Au­to aus­kom­men kann. Die Re­vo­lu­ti­on hat als Evo­lu­ti­on schon längst be­gon­nen: In vie­len Städ­ten ist das pri­va­te Au­to längst ver­bannt. Über kurz oder lang wird auch Wien fol­gen. Als Wil­lens­er­klä­rung ist das ja schon län­ger be­kannt. Das hat aber auch mas­si­ve Aus­wir­kun­gen auf die Im­mo­bi­li­en­ent­wick­lung. Was tun mit den - noch durch­aus strikt den Bau­trä­gern in Wien ab­ver­lang­ten - Pflicht-PKW-Stell­plät­zen? Gut für je­ne, wel­che die Pflicht­stel­le teu­er ab­ge­löst hat­ten, die müs­sen sich jetzt we­nigs­tens kei­ne Ge­dan­ken um ei­ne Nach­nut­zung ma­chen. Von Lon­don bis Ma­drid: Im­mer mehr eu­ro­päi­sche Städ­te drän­gen dort auf Fahr­ver­bo­te, wo sie noch nicht ein­ge­führt wor­den sind. Lon­don, Ma­drid, Athen, Brüs­sel, Os­lo. Und selbst Deutsch­lands Au­to­mo­bil­stadt Num­mer 1, näm­lich Stutt­gart, be­schränkt den In­di­vi­du­al­ver­kehr mas­siv. In ganz Eu­ro­pa wer­den Ci­ty-Maut­sys­te­me in­stal­liert, äl­te­re Fahr­zeu­ge ver­bannt oder se­lek­ti­ve oder gar ge­ne­rel­le Fahr­ver­bo­te aus­ge­spro­chen. Fahr­be­schrän­kun­gen sind nun zu­neh­mend auch in Ös­ter­reich ein The­ma, wie jüngst auch in Graz, wo die Grü­nen wie­der ei­nen au­to­frei­en Tag ein­füh­ren wol­len. The­ma Luft­rein­hal­tung Na­he­zu al­le eu­ro­päi­schen Groß­städ­te kämp­fen mit mas­si­ven Smog-Pro­ble­men. Rund 85% al­ler Be­woh­ner eu­ro­päi­scher Städ­te sind Fein­staub­be­las­tun­gen aus­ge­setzt, die von der WHO als "schäd­lich" ein­ge­stuft wer­den. Laut der Eu­ro­päi­schen Um­welt­be­hör­de EEA ist Luft­ver­schmut­zung in der EU für 467.000 vor­zei­ti­ge To­des­fäl­le ver­ant­wort­lich. Trotz be­ste­hen­der Grenz­wer­te war das The­ma "Luft­gü­te" in der Ver­gan­gen­heit für Städ­te und Re­gie­run­gen nur ein Rand­the­ma. Vor ein paar Jah­ren hat die EU-Kom­mis­si­on ge­gen fast al­le Mit­glieds­staa­ten Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet. Ein Ur­teil des EUGH (2007) räumt di­rekt be­trof­fe­nen Bür­gern das Recht ein, von den zu­stän­di­gen Be­hör­den Maß­nah­men zur Ver­rin­ge­rung von grenz­wert­über­schrei­ten­den Fein­staub­be­las­tun­gen ein­zu­for­dern. Bür­ger­or­ga­ni­sa­tio­nen kla­gen seit­dem er­folg­reich Städ­te und Re­gio­nen. Z.B. Mün­chen: Das obers­te Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richt hat erst im März be­stä­tigt, dass die Stadt ab 2018 Fahr­ver­bo­te um­set­zen muss. Städ­te stel­len na­tio­na­le Re­gie­run­gen vor voll­ende­te Tat­sa­chen. Die Af­fä­re um ma­ni­pu­lier­te Ab­gas­wer­te bei Die­sel­fahr­zeu­gen hat das Ver­trau­en in die Au­to­mo­bil­bran­che ins­ge­samt mas­siv er­schüt­tert. Die tat­säch­li­chen Emis­sio­nen ei­nes Au­tos im Stadt­ver­kehr lie­gen bis zu 15-fach über den Her­stel­ler­an­ga­ben. Lon­dons Bür­ger­meis­ter Sa­diq Khan und die Bür­ger­meis­te­rin von Pa­ris, An­ne Hi­dal­go, ha­ben dem Stra­ßen­ver­kehr als Haupt­ver­ur­sa­cher von Fein­staub den Kampf an­ge­sagt. Der Schul­ter­schluss füh­ren­der Me­tro­po­len wie Lon­don, Pa­ris und Ma­drid hat Si­gnal­wir­kung und zwingt nun bis­lang eher un­wil­li­ge Bür­ger­meis­ter zum Han­deln. Das The­ma Luft­gü­te und die da­mit in Zu­sam­men­hang ste­hen­den Fahr­ver­bo­te in Städ­ten zäh­len da­her nicht zu­fäl­lig zu den in­halt­li­chen Schwer­punk­ten der nächs­ten UR­BAN FU­TURE Glo­bal Con­fe­rence. Die­se Kon­fe­renz ist der welt­weit größ­te Treff­punkt von Ci­ty­Ch­an­gern - Men­schen, die ih­re Städ­te mit Be­geis­te­rung und En­ga­ge­ment nach­hal­ti­ger ma­chen. Sie set­zen kon­kre­te Pro­jek­te in die Tat um und ver­bes­sern da­mit das Le­ben al­ler in der Stadt. Der in­halt­li­che Fo­kus liegt auf den vier Kern­the­men Mo­bi­li­tät, Stadt­pla­nung, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Res­sour­cen­scho­nung. Die UR­BAN FU­TURE Glo­bal Con­fe­rence ver­sam­melt da­bei die bes­ten Köp­fe un­se­rer Zeit und ver­steht sich als ei­ne neu­tra­le Platt­form oh­ne po­li­ti­sche Agen­da. Die Kon­fe­renz wur­de 2014 von Ge­rald Ba­bel-Sut­ter ge­grün­det und fin­det ab 2018 jähr­lich in wech­seln­den eu­ro­päi­schen Städ­ten statt. Die Teil­neh­mer­zahl hat sich seit 2014 be­reits ver­drei­facht. Erst­ma­lig tritt die Stadt Wien als Hos­ting Ci­ty der UF­GC auf: Von 28. Fe­bru­ar bis 2. März 2018 wer­den rund 3.000 Teil­neh­me­rIn­nen aus 50 Län­dern und über 400 Städ­ten im Ex­hi­bi­ti­on & Con­gress Cen­ter der Mes­se Wien er­war­tet. Vor­den­ker in Nord­eu­ro­pa Am wei­tes­ten vor­an­ge­schrit­ten ist die Ent­wick­lung au­to­frei­er Bal­lungs­zen­tren im Nor­den Eu­ro­pas. Dort gibt es das ver­ein­zelt mitt­ler­wei­le schon seit ei­nem Jahr­zehnt. Os­lo schafft der­zeit ei­ne Zo­ne in der Stadt, die Raum für ein Stadt­le­ben bie­tet, wo Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer Vor­rang vor Au­tos ha­ben. Stock­holm fei­ert be­reits den 10. Jah­res­tag der Con­ges­ti­on Char­ge. Span­nend an der Ge­schich­te Stock­holms ist vor al­lem die sie­ben­mo­na­ti­ge Test­pha­se. Die­se hat die Ein­stel­lung der Be­völ­ke­rung ge­gen­über der Ci­ty-Maut voll­kom­men auf den Kopf ge­stellt. Vor der Test­pha­se wa­ren 80% ge­gen ei­ne fi­xe Ein­füh­rung, nach der Test­pha­se stimm­ten 53% da­für, und jetzt - zehn Jah­re da­nach - be­für­wor­ten über 65% der Be­völ­ke­rung die Ci­ty-Maut. Auch Wien gibt Gas In Wien sind wir von "au­to­frei" zwar noch sehr weit ent­fernt, aber im­mer­hin gibt es im Wie­ner Ver­kehrs­kon­zept Ziel­set­zun­gen, den An­teil des In­di­vi­du­al­ver­kehrs wei­ter zu re­du­zie­ren. An­ge­li­ka Wink­ler, stv. Lei­te­rin der MA 18, äu­ßer­te sich vor Kur­zem zum Wie­ner Ver­kehrs­kon­zept. Ziel sei es, den In­di­vi­du­al­ver­kehr von 27 auf 20 % zu sen­ken. Flä­chen sol­len für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer zu­rück­ge­won­nen wer­den. Rund 65 Pro­zent der Flä­chen in der Stadt ge­hö­ren dem Au­to, al­so Park­plät­ze und Stra­ßen. Gleich­zei­tig le­gen die Wie­ne­rin­nen und Wie­ner nur rund 27 Pro­zent der We­ge mit dem Au­to zu­rück. Ein Wert, der seit ei­ni­gen Jah­ren sta­bil ist. "Wenn man be­denkt, dass ein pri­va­tes Au­to cir­ca 98 Pro­zent sei­ner Zeit her­um­steht, oh­ne ge­fah­ren zu wer­den, ist es ein The­ma, wie man den Raum ef­fi­zi­en­ter nut­zen kann", sag­te An­ge­li­ka Wink­ler von der zu­stän­di­gen MA 18. Die Wie­ner sind haupt­säch­lich öf­fent­lich un­ter­wegs: 39 Pro­zent der We­ge wer­den mit den "Öf­fis" zu­rück­ge­legt, 27 Pro­zent zu Fuß und sie­ben Pro­zent mit dem Rad. Das be­sagt der Mo­dal Split der Stadt. 770.000 Jah­res­kar­ten ste­hen laut Wink­ler 680.000 Au­tos ge­gen­über. Bis 2025 will die Rat­haus­ko­ali­ti­on den An­teil der We­ge, die mit dem Au­to zu­rück­ge­legt wer­den, auf 20 Pro­zent re­du­zie­ren.

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Stockholm: Widerstand gebrochen

Stock­holm ist ein Bei­spiel, wie es geht. Der auf sie­ben Mo­na­te be­fris­te­te Pi­lot­ver­such ei­ner Ci­ty­maut mün­de­te in ei­ner Bür­ger­ab­stim­mung. Seit Au­gust 2007 ist das Pro­jekt wie­der ein­ge­führt. Der Ver­kehr ist seit­her um 25 % ge­sun­ken - ob­wohl die Re­gi­on von Stock­holm seit­her um 350.000 Men­schen ge­wach­sen ist. Gun­nar Sö­der­holm, Ab­tei­lungs­lei­ter Um­welt und Ge­sund­heit im Rat­haus, der auch als Spea­ker bei der Ur­ban Fu­ture Glo­bal Con­fe­rence 2018 in Wien auf­tre­ten wird, spricht über sei­ne Er­fah­run­gen.Wie of­fen war die Be­völ­ke­rung bei Pro­jekt­start? Gun­nar Sö­der­holm: Ei­nen Mo­nat vor der Test-Ein­füh­rung wa­ren 80 % da­ge­gen. Da­nach 53 % da­für.Wie geht das? Sö­der­holm: Ich den­ke, dass der Ver­such die Be­völ­ke­rung über­zeugt hat, dass das Le­ben we­ni­ger stress­reich, die Luft bes­ser und al­les ru­hi­ger wird. Wenn man da­vor ab­stimmt, be­kommt man 75 % Nein-Stim­men, wie in Edin­burgh.War die Ein­füh­rung für die Stadt teu­er? Sö­der­holm: Ja. Die Ge­samt­kos­ten la­gen bei 300 Mil­lio­nen Eu­ro, ein Drit­tel da­von ging in den Aus­bau des öf­fent­li­chen Ver­kehrs. 200 neue Bus­se, 20 neue Bus­li­ni­en, wei­te­rer U-Bahn-Aus­bau und Stadt­bah­nen. Das Sys­tem selbst kos­te­te 200 Mil­lio­nen Eu­ro. Schon wäh­rend der Ver­suchs­zeit ist gut die Hälf­te wie­der her­ein­ge­spielt wor­den. So ge­se­hen war es wohl der bil­ligs­te Weg, den Ver­kehr aus­zu­bau­en. Für den In­di­vi­du­al­ver­kehr hät­ten wir ver­gleich­bar viel­leicht hun­dert­mal mehr aus­ge­ben müs­sen. Die Kos­ten der Pi­lot­pha­se wur­den vom Staat ge­tra­gen.Die Ver­füg­bar­keit von La­de­sta­tio­nen ist ein kri­ti­scher Er­folgs­fak­tor. Ist das fi­nan­zier­bar? Sö­der­holm: La­de­sta­tio­nen sind ei­ne nö­ti­ge Res­sour­ce, die es zu fi­nan­zie­ren gilt.Sind Ein­nah­men aus La­de­sta­tio­nen zweck­ge­bun­den für den Aus­bau des öf­fent­li­chen Ver­kehrs? Sö­der­holm: Ja, das war auch das Er­geb­nis der Bür­ger­be­fra­gung. Zehn Jah­re ha­ben wir den Preis gleich ge­las­sen, An­fang 2016 um 75 % er­höht. Den­noch ist die Nach­fra­ge wei­ter um 2 bis 3 Pro­zent ge­stie­gen. Gleich­zei­tig ist die Ver­kehrs­be­las­tung beim In­di­vi­du­al­ver­kehr gleich ge­blie­ben, ob­wohl es im Raum Stock­holm 350.000 mehr Men­schen gibt.Wie lan­ge läuft das Pro­jekt? Sö­der­holm: Es gibt kein de­fi­nier­tes En­de. Je­de Re­gie­rung könn­te es so­fort stop­pen, so sie da­für ei­ne Mehr­heit hat. Zu­letzt ha­ben sich 65 % der Stock­hol­mer für die Bei­be­hal­tung des Sys­tems aus­ge­spro­chen.Ih­re Vi­si­on für Stock­holm? Sö­der­holm: Bis 2040 wol­len wir CO2-frei sein. Wir bau­en gro­ße Stra­ßen zu­rück und re­ser­vie­ren die Hälf­te für den öf­fent­li­chen Ver­kehr und Fahr­rä­der.

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Immobilienverwalter/in für Bestandsimmobilienportfolio

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