Die deutsche Baubranche profitiert angesichts der Eurokrise weiterhin von der Flucht der Investoren in verÂmeintÂlich sicheres „Betongold“.
Im April lag der Wert der eingeÂganÂgenen Aufträge im Bauhauptgewerbe preisÂÂbereinigt 7,3 Prozent über dem Wert aus dem Vorjahr, wie das StaÂtisÂtische Bundesamt am Montag in WiesÂ-
baden berichtete. In den ersten vier Monaten des Jahres stieg der AufÂtragsÂwert sogar um 9,0 Prozent.
Die Bauunternehmen seien damit für die kommenden Monate gut aufÂgeÂstellt, erklärte der Hauptverband der deutschen Bauindustrie in Berlin. Man proÂfitiere von der Unsicherheit an den Finanzmärkten, die Anleger zu InÂvesÂtiÂ-
tionen in Sachwerte wie Immobilien zu veranlassen. Die Auftragsbestände entÂsprechen dem Verband zufolge einer Produktion von knapp drei Monaten.
Zu Jahresbeginn war das Polster noch einen halben Monat dünner. Vor allem im Hochbau legte die Nachfrage im April zu, und zwar um 10,8 Prozent, während im Tiefbau der Auftragswert
nur um 3,7 Prozent stieg. Der GeÂsamtÂumsatz belief sich laut Statistikamt im April auf 7,1 Milliarden Euro und lag damit 0,1 Prozent über dem Wert aus dem April 2011. Der Industrie zufolge war das der höchste April-Wert seit zehn Jahren.
Vor allem Mehrfamilienhäuser und geÂwerbliche Bauten legten zu, während
die Genehmigungen für EinfamilienÂhäuÂser zurückgingen. Öffentliche AufÂträge wurden wieder öfter erteilt, die Umsätze mit der öffentlichen Hand hinken aber noch den Vorjahreswerten hinterher.
In den Betrieben des Baugewerbes waÂren Ende April 723.000 Leute beÂschäftigt, um 14.000 weniger (minus
1,9 Prozent) als vor einem Jahr.